Geschichte Bockum-Hövel

Über die Entstehung der beiden Dörfer Bockum und Hövel sind wenig bis keine geschichtlichen Daten und Fakten bekannt.

Die älteste urkundliche Nachricht über eine Pfarre Bockum stammt aus dem Jahr 1092 und von der Pfarre Hövel aus dem Jahre 1193.

Von Bockum kündet eine weitere Urkunde aus dem Jahre 1263, die auf einen Oberhof Bockum (Hof Köhne im Dorfzentrum) verweist. Dieser Hof muss jedoch noch älter sein, da auf einem seiner Grundstücke um 1170 die Kirche Bockum gegründet wurde.

Die Pfarre Hövel gehörte später zum Sprengel Ahlen und die Pfarre von Bockum zu Werne.

1802 vereinigte Preußen die Kirchspiele Bockum und Hövel mit Heessen zu einer Bürgermeisterei, die dem Kreis Lüdinghausen unterstand.

Nachdem Napoleon im Jahr 1806 auch Westfalen eroberte hatte, unterstanden Bockum, Hövel und Heessen der Bürgermeisterei Heessen, die dem Kanton Ahlen zugeschlagen wurde.

Nach der Niederlage Napoleons 1813, vereinigten sich Bockum und Hövel im Jahr 1816 zu einer eigenen Bürgermeisterei, die jedoch schon 2 Jahre später wieder aufgelöst wurde. Die beiden Dörfer wurden nun mit dem Dorf Walstedde der Bürgermeisterei Drensteinfurt zugeordnet. Diese Regelung hatte bis 1908 Bestand.

Bis zum Jahr 1905 waren die Dörfer Bockum und Hövel rein landwirtschaftlich geprägt. Erst nach den erfolgreichen Kohlebohrungen in den Jahren 1900 bis 1906 und dem Beginn der Abteufarbeiten für den Schacht 1 der neuen Schachtanlage Radbod am 13. März 1905 begann der wirtschaftliche Aufschwung.

Am 12. November 1908 kam es zu einer Schlagwetterexplosion auf der Zeche. 348 von 1.805 Bergleuten fanden den Tod; zwei weitere verstarben später an den Folgen des Unglücks.

Dieses Ereignis gab zudem den letzten Anstoß ein Krankenhaus an der Hohenhöveler Straße zu bauen. Das dafür erforderliche Grundstück stammt aus einer zweckgebundenen Schenkung der Familie von Twickel an den Malteserorden. Die Grundsteinlegung erfolgte am 21. Oktober 1911. Auf Wunsch der Freifrau Therese von Twickel zu Ermelinghof erhielt das Haus zu seiner Einweihung am 21. Februar 1913 den Namen St. Josefs-Krankenhaus.

Die Eröffnung mit 100 Betten fand statt am 10. März 1913.

Durch die Ansiedlung der Schachtanlage Radbod zwischen den Dörfern Bockum und Hövel, stieg auch die Bevölkerung derart an, sodass eine eigene Amtsverwaltung notwendig wurde.

Die Gründung des Amtes Bockum-Hövel datiert auf den 1. April 1908. Die Verwaltung des Amtes erfolgte bis 1910 vom Schloß Ermelinghof aus und befand sich anschließend in der alten Höveler Schule, die schließlich zu einem Verwaltungsgebäude umgebaut und erweitert wurde.

Infolge weiteren Wachstums  wurden die Dörfer Bockum und Hövel zu der amtsfreien Gemeinde Bockum-Hövel vereinigt. Dies war am 1. April 1939. Von nun an hieß auch das Postamt Bockum-Hövel statt wie bisher Radbod und nannte sich der Bahnhof statt wie bisher Ermelinghof nach der neuen Gemeinde.

Dem am 1. September 1939 begonnenen 2. Weltkrieg musste auch Bockum-Hövel hohen Tribut zollen. Hunderte von Männern starben im Kriegseinsatz, 46 Luftangriffe vernichteten 166 Menschenleben, zerstörten 140 Wohnhäuser beschädigten weitere 2.396.

Mit der sogenannten Währungsreform am 21. Juni 1948 begann die Wende. Die Gemeinde Bockum-Hövel nahm einen blühenden Aufschwung, der auch durch die Landesregierung am 15. Mai 1956 offiziell dadurch anerkannt wurde, dass die Gemeinde Bockum-Hövel zur Stadt erhoben wurde.

Trotz weiterer überdurchschnittlicher kommunaler Entwicklungen entschied sich der Landtag von Nordrhein-Westfalen am 8. Mai 1974 auf Vorschlag der Landesregierung, die Stadt Bockum-Hövel mit der Stadt Heessen und den weiteren kommunalen Gemeinden Pelkum, Rhynern und Uentrop mit der Stadt Hamm zu einer neuen Stadt Hamm zusammenzuschließen.

Dieser Zusammenschluss erfolgte am 1. Januar 1975, so dass die selbständige Stadt Bockum-Hövel mit Ablauf des 31.12.1974 nicht mehr existierte.